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Nuki Smart Lock 2.0 gewinnt Red Dot Design-Award

Nuki News 02.04.2020 | Werner Sammer

Wir dürfen wieder großartige Neuigkeiten verkünden: Das Nuki Smart Lock 2.0 wurde im Rahmen des renommierten Red Dot Award: Product Design 2020 mit dem Red Dot ausgezeichnet!

Der „Red Dot“ ist die Auszeichnung für hohe Designqualität. Die internationale Jury vergibt dieses begehrte Qualitätssiegel nur an Produkte mit hervorragendem Design, Funktionalität und Ergonomie. Es freut uns sehr, dass sich das Nuki Smart Lock 2.0, das wir gemeinsam mit unserem Design-Partner EOOS entwickelt haben, in dieser renommierten Runde der ausgezeichneten Produkte befindet.

Aus diesem Anlass holen wir die Personen hinter dem Design des Nuki Smart Locks 2.0 vor den Vorhang: Im Interview sprechen Harald Gründl, gemeinsam mit Gernot Bohmann und Martin Bergmann, kreativer Kopf des Wiener Designbüros EOOS, und Jürgen Pansy, Head of Product bei Nuki, über Design-Prinzipien, den Reiz und die Herausforderungen des smarten Zutritts ins eigene Zuhause.
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2013 ist die Idee zu Nuki entstanden. Welche Rolle spielte Design in der Produktentwicklung?
Pansy: Ich denke, der wesentliche Punkt ist, dass das Smart Lock ein Gerät zum Nachrüsten ist. Damit ist es wichtig, dass das, was man auf seinen Türzylinder aufsetzt, auch harmonisch zur Tür passt. Für uns war klar, dass das Design stimmig sein muss, wenn das Ganze ein Erfolg werden soll. Daraus ergab sich, dass der Drehknauf aus Aluminum die Verlängerung des Zylinders symbolisiert, jedoch der restliche Teil des Smart Locks eher schlicht gehalten ist. Es sollen nicht zu viele unterschiedliche Farben verwendet werden und es soll nur einen Knopf geben, den man drücken kann. Damit spiegeln sich auch unsere eigenen Werte im Produkt wider.

Das Nuki Smart Lock 2.0 ermöglicht den smarten Zutritt ins eigene Zuhause und macht das Smartphone zum intelligenten Schlüssel. Wie kam es dazu, dass ihr euch mit diesem Projekt beschäftigt?
Gründl: Wir bei EOOS arbeiten oft mit Möbeln, jedoch auch an Produktdesigns wie beispielsweise an LED-Strahlern von Zumtobel. Produktdesign für Elektronikprodukte hatten wir bis dahin nicht gemacht. Für uns war das Projekt Nuki sehr interessant, da es die erste Zusammenarbeit mit einem Startup war. Bislang arbeiteten wir immer nur mit sehr etablierten großen Premium-Marken zusammen – von Giorgio Armani über Adidas zu Lamy. Das Spannende an dieser Zusammenarbeit war, dass wir aus ganz anderen Richtungen kommen. Was die Kooperation auszeichnet, ist, dass EOOS und Nuki nach einem perfekten Produkt streben. Mittlerweile ist Nuki das führende Premium-Türschloss für den Nachrüstmarkt geworden.
Dahinter liegen Einstellungen und Haltungen, und daraus entstehen gute Produkte. Produktdesign in dieser Phase ist eine Investition in die Zukunft – diese kann gut oder schief gehen. Es war im Endeffekt also eine richtige High Risk-Entscheidung. Der wichtigste Ausgangspunkt für uns ist, dass wir eine gute Kommunikationsbasis mit dem Unternehmen haben, das Gefühl haben, dass man miteinander redet, denkt und träumt. Somit sind wir gemeinsam dieses Risiko eingegangen.

Pansy: Die Kommunikation mit EOOS hat stets sehr gut funktioniert. Auch mit unserem Produzenten Aquis, da die Abstimmung digital sehr schnell funktionierte. Der wichtigste Input von unserer Seite war eigentlich immer zu sagen: Hier können wir so weit gehen, hier so weit. Und von diesen Entscheidungen gab es ganz viele.

Erzähle uns bitte etwas über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte. Verlief immer alles reibungslos nach Plan? Was waren für dich die Herausforderungen bei der Entwicklung?
Pansy: Die größte Herausforderung aus Sicht von Nuki war damals sicher jene, dass wir von der Hardware-Entwicklung wenig Ahnung hatten. Wir hatten davor immer nur Software, Webportale und Mobile Apps umgesetzt. Daher war es schon sehr spannend, mit Firmen zusammenzuarbeiten, die bereits an Hardware-Projekten arbeiteten. Wir haben uns stets gegenseitig gechallenged, um das Maximum aus den Ideen herauszuholen. In den verschiedenen Prototypen-Phasen hat sich herausgestellt, dass das Design, das wir am Anfang gewählt hatten, Nachteile besitzt, mit denen wir nicht leben wollten. Das war sicher die größte Herausforderung: Diese vorhandenen Hürden möglichst früh zu antizipieren, da man es sich als Startup nicht leisten kann, unzählige Prototypen zu bauen. Auf der anderen Seite kann man es sich aber auch nicht leisten, immer nur den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Man muss Kompromisse treffen können. Die Kombination aus allen diesen Elementen ergibt dann das optimale Endprodukt.

Gründl: Bei der Software steht die Kernkompetenz von Nuki außer Zweifel, vor allem beim Thema Sicherheit, welche für uns zu den wichtigsten Kriterien gehört und für die Glaubwürdigkeit des Projekts steht. Das Nuki Smart Lock besteht jedoch auch aus Hardware. Schon von Anfang an hatte ich großen Respekt vor dieser Komponente. Nuki wäre nicht das erste Startup gewesen, das über die Hardware stolpert. Hier scheitern viele Projekte, weil sie das unterschätzen. Die Herausforderung lag also darin, dass Software, Hardware und Design ein stimmiges Gesamtbild darstellen.

Wie muss man sich den technischen Entstehungsprozess deiner Arbeiten vorstellen? Welchen Leitsatz verfolgst du?
Gründl: Der ursprüngliche Gedanke war ein einfacher Knopf, den man drückt. Dieser Knopf sollte den mechanischen Schlüssel ersetzen. Das war eigentlich unser Leitbild, von dem uns unsere Technologiepartner aber abgeraten haben. Dieses Leitbild besteht jedoch weiter. Es ist auch gerade ein Projekt im Entstehen, wo der Knopf direkt in Türen integriert wird (Anm.: Works with Nuki). Für das Nuki Smart Lock gab es natürlich Sicherheitsaspekte zu beachten. Von außen ist es gut geschützt, da man es an der Türinnenseite montiert. Von innen war aber zu beachten: Was ist bei einem Notfall? Daraufhin ist dieser doch sehr markante Drehknopf entstanden. Wir wollten, dass das Smart Lock wie ein Türknopf ist.
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Beim Material des Rings haben wir uns von Klinken und Türschildern aus Metall inspirieren lassen. Dahinter stand die Überlegung, dass dieser Teil des Smart Locks, den man angreift, auch dieses Look and Feel hat. Hierbei ist auch die Kreissymbolik entstanden. Wir wollten das Öffnen und Schließen über den Kreis, der dann entweder offen oder geschlossen ist, symbolisieren. Dieses markante Symbol zeigt sich in der Hardware genauso wie in der Software und verbindet die beiden Ebenen miteinander.

Hättest du dir vorstellen können, dass das Produkt heute so aussieht, wie es aussieht? Gab es auch alternative Designs?
Pansy: Die allererste Variante des Designs war ein Rendering. Diese Version sah dem aktuellen Design bereits sehr ähnlich. Das war im Prinzip ein Smartphone an der Tür mit einem Drehknauf. Zwischenzeitlich waren die Entwürfe ja sehr würfelförmig. Dann wandelten sich die Entwürfe wieder zurück zur Knaufvariante mit dem Smartphone. Was nachträglich betrachtet lustig ist, da wir vom allerersten Entwurf zum finalen Produkt gar nicht allzu weit weg sind. Es ist schon interessant, welche Wege das gegangen ist.
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Du hast vorhin vom Symbol des Kreises gesprochen. Wo holst du dir sonst die Inspiration für deine Produktdesigns?
Gründl: Unsere Arbeitsweise bei EOOS ist sehr stark von Bildern, Ritualen und Geschichten geprägt. Wir nennen das die „poetische Analyse“. Für uns ist ein Produktdesign dann gut, wenn es poetisch ist. Das Smart Lock bildet eine Brücke zwischen diesen Welten. Die Menschen sind stets hin- und hergerissen zwischen dem Analogen und dem Digitalen. Und das Schöne am Smart Lock ist, dass es beide Aspekte verbindet.

Welche Dinge sind dir an deinen Projekten wichtig? Welche Ziele verfolgst du bei der Entwicklung von Produkten?
Pansy: Hinter jedem unserer Produkte steht eine Vision und ein Problem, das wir lösen wollen. Im Prinzip blicken wir stets darauf, dieser Vision mit den vorhandene technischen Möglichkeiten am nächsten zu kommen. Im Falle des Nuki Smart Locks 2.0 ist es, dass ich keinen klassischen Schlüssel brauche, weil mich die Tür erkennt und automatisch reinlässt. Das ist der Grund, warum wir an Nuki arbeiten. Der Produktnutzen für den Kunden muss jedenfalls maximal sein, hier gingen wir keine Kompromisse ein. Und: Designentscheidungen dürfen den Produktnutzen nicht schmälern. Wir hatten den Produktnutzen für uns bereits vor der Designentwicklung festgelegt. Im weiteren Prozess haben wir versucht, von diesem Produktnutzen und den vorab definierten Use Cases nicht abzuweichen, aber dennoch ein ideales Design zu bieten.

Was macht gutes Produktdesign für dich aus?
Gründl: Nachdem das Produktportfolio ja nun nicht mehr ausschließlich aus dem Smart Lock besteht, sondern mittlerweile aus vielen anderen Produkten, ist es wichtig, dass man nicht nur ein Produkt entwirft, sondern auch die Gestaltungslinie für alle weiteren kommenden Produkte hat. Das ist bei Nuki gut gelungen. Ganz egal, ob es die Nuki Bridge oder den Nuki Fob betrifft – es ist alles irgendwie “Nuki”. Es war auch immer klar, dass, wenn ein Licht leuchtet, dass dieses knallweiß ist. So entwickelt man auch eine Markenidentität.

Pansy: Ein gutes Produktdesign ist es dann, wenn man das Produkt gerne nutzt. Das umfasst zum einen das Design – es muss ansprechend sein. Auf der anderen Seite muss das Produkt die gewünschte Funktionalität liefern. Es ist also eigentlich relativ einfach: Das Produkt muss in der Nutzung Spaß machen. Als Nuki streben wir immer zum idealen Produkt und wollen dem mit jeder Iteration näher kommen. Letzten Endes ist das ideale Produkt nur das, was der Kunde möchte.

Vielen Dank für das Interview!

Bildrechte: EOOS

Werner Sammer
Ich besitze eine hohe Affinität zu allen Dingen, durch die Strom fließt. Smarter Staubsauger, smarter TV, smartes Türschloss. Mich fasziniert Technik, die das Leben erleichtert.


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